Ein außergewöhnliches Wochenende

Das vergangene Wochenende gehört irgendwie in die Kategorie außergewöhnlich, um es milde auszudrücken: Es begann am Freitag mit dem Handballspiel Großwallstadt gegen Lemgo in der Aschaffenburger 3-Buchstaben-Arena. Ein Sieg für den TVG war eigentlich Pflicht, bei dem Platz in der Tabelle. Aber es kam wie so oft: Nach 6 Minuten stand es 1:5 für Lemgo, da war der Käs schon gegessen.

Aber ich kam dafür in den Genuss, einige aktuelle und ehemalige Nationalspieler live und in Farbe erleben zu können: Dazu gehörten Florian Kehrmann als Rechtsaußen – Tore von ganz außen, reingedreht gegen jede Physik -, Sebastian Preiß am Kreis – jeden Ball, den er irgendwie in die Finger bekam, versenkte er im Tor -, ein Klasse Spielmacher Martin Strobel in der Rückraum Mitte – viele Spielideen, hat die meisten Spielzüge angesagt und angesetzt, und wenn’s mal nicht klappte, dann geht er eben selbst auf’s Tor.

Und nicht zuletzt die Carsten Lichtlein Show im Tor. In der zweiten Halbzeit war er so in seiner eigenen Welt versunken, redete sich ständig mit sich selbst, wanderte umher, wedelte mit den Armen, gestikulierte, reagierte auf jedes Tor (gerade gefangene oder eigene). Und mit dem Schlusspfiff fiel die Anspannung von ihm ab und er rannte wie wild geworden durch die Halle. Seine Mitspieler wussten sofort, wem sie diesen Sieg letztlich zu verdanken hatte. Schließlich war er es, der in den ersten Minuten die Gegentore verhinderte und Lemgo so bis zum Ende des Spiels immer mit einem soliden Vorsprung eine ruhige Kugel schieben konnte.

Ein verdienter Sieg für Lemgo. Und viel Arbeit für den TVG, bei dem nur der Mittelmann (!) in der zweiten Halbzeit mit Toren glänzte. Was aber fehlte, war die Mannschaftsleistung und offensichtlich der unbedingte Wille, das Spiel noch herum zu reißen. Da half auch kein Hallenmikrofonzuschauereinpeitscher, der sich auch noch in der Halbzeitmotivation einen Freud’schen Versprecher leistete: “… dann schaffen wir es vielleicht noch, die Punkte zu behalten, äh, ich meine …” – nicht gerade gelungen, wenn sogar er nicht mehr an einen Sieg glaubt. Jedenfalls scheint es die Abwehr gehört und sich dann gesagt zu haben, wenn es schon der Experte am Mikro sagt, wird er schon Recht haben.

Ach ja, eins noch: Ich bin immer noch der Meinung, dass man bei einem 2,02 Meter großen Tormann, der, wenn er im Tor steht, mit dem Kopf fast an die Querlatte stößt, nicht hoch und lang schießen sollte. Solche Dinger wehrt er mit dem Schultereckgelenk ab. Aufsetzer unter den Beinen durch wären’s gewesen (bei Tempogegenstößen sprang er immer dem Werfer entgegen, da hätte man den Ball ins Tor rollen können).

Am Samstag ging es dann munter weiter: Ich hatte mir die ganze Woche schon vorgenommen, meiner Hüfte am Wochenende eine gepflegte Rennradrunde durch den Spessart zu gönnen. Pünktlich um 11 Uhr fing es an zu schneien. Aber es war wenigstens ein trockener Schnee, der mich nun wirklich nicht vom Fahren abhielt. Der Anstieg nach Volkersbrunn war wie immer nach etwa 30 Minuten erledigt. Diesmal nur mit dem Unterschied, dass die 350 Höhenmeter für immer dichteres Schneetreiben sorgten. Nach der Abfahrt in Heimbuchenthal angekommen, waren die Füße dann trotz Überschuhen nass.

Als ich dann nach knapp 50 km zuhause ankam, freute ich mich dann doch auf eine warme Dusche. Aber es kam anders: Zu meiner Freude meinte mein Schatz, sie wolle noch eine kleine Runde Laufen. Als Triathlet kann man natürlich die Chance auf eine Koppeleinheit nicht auslassen ;-). Daher die Montur angelassen und nur die Rad- durch die Laufschuhe ersetzt. Die 5 km waren richtig entspannend, wir konnten uns mal in aller Ruhe bei angenehmem Tempo über alles mögliche unterhalten.

Dann ging es nach der schnellen Dusche in die Sulzbacher Sporthalle. Meine Tochter hatte ein Spiel in der D-Jugend gegen Gersprenztal. Der Sieg war hochverdient, die Punkte blieben zuhause. Nach Spielende fragte sie der Trainer der C-Jugend, ob sie noch beim Spiel gegen Kirchzell teilnehmen könnte. Es waren leider nur 8 Spielerinnen mit einer Torfrau mehr oder weniger gesund zur Stelle, da zählt jede Hilfe. Leider ging dieses Spiel verdientermaßen an den Gegner, gegen die kompakte Abwehr, die die Ballführende meist doppeln konnte, war kein Kraut gewachsen. Einfach eine tolle Leistung der Mannschaft und des Trainers. So endete der Sporthallenbesuch erst gegen 5 Uhr.

Und jetzt zum Abend: Mein Sohn hatte im Bus einen Aushang gesehen, der ein Freies Eishockeytraining, organisiert von den Stadtwerke Aschaffenburg und vom 1. Aschaffenburger Eissportverein in der Aschaffenburger Eishalle anpries. Er war natürlich Feuer und Flamme, schließlich hatte er zur Fastnacht als Verkleidung meinen Brust- und Schulterprotektor zusammen mit meinem schwarzen Paul Brother’s Shirt und Helm getragen.

Er wurde mit Skate-Helm, dicken Handschuhen, Knieschützern vom Handball und Ellenbogenschützern vom Skaten ausgestattet. Und ich dachte mir, wenn ich schon in die Eishalle fahre, dann auch mit der kompletten Ausrüstung. Also die Mega-Tasche aus dem Keller geholt, alles zusammen gesucht, die lange Skiunterwäsche rein, die Schläger entstaubt und ab damit ins Auto.

In der Halle angekommen erfuhren wir, dass der Begriff frei in diesem Zusammenhang nicht meinte, dass der Eintritt in die Eishalle frei sei (so wie bei den letzten Veranstaltungen gleicher Art), sondern man nur mit Schläger und Puck aufs Eis darf! Aber das machte gar nichts, die € 7,50 waren es dicke Wert.

Schon ein seltsames Gefühl, nach vielen Jahren (von einem kurzen Intermezzo von wenigen Monaten vor 2 oder 3 Jahren abgesehen) wieder rundum verpackt auf dem Eis zu stehen. Die erste Viertelstunde haben sich mein Sohn und ich eingespielt, wobei er deutlich schneller den Dreh raus hatte, was mich sehr für ihn gefreut hat. Dann wurden Mannschaften gebildet, vier an der Zahl mit jeweils zwei Auswechselspielern, so dass wir alle 5 Minuten für 5 Minuten aufs Eis gingen. Das Ganze bis 5 vor 9, also etwa 10 Eiszeiten, zum Abschluss mit dem obligatorischen Foto für die Website.

Nach gut 50 Minuten auf dem Eis wussten wir alle, was wir getan hatten, jeder Muskel ächzte, aber schee wars! Es gibt noch einen Termin im März, Anfang April wird abgetaut. Ob es nächste Saison weiter geführt wird, steht noch in den Sternen, zwei Befürworter gibt es jedenfalls!

Der Sonntag stand dann für mich ganz im Zeichen der Regeneration. Mit meinen 47 Jahren dauert es eben leider seine Zeit, bis sich die Muskeln und Sehnen wieder beruhigt haben. Deshalb sind von diesem Tag keine besonderen sportlichen Vorkommnisse zu melden.

Dafür aber Vorkommnisse anderer Art: Meine Tochter hatte noch ein Referat über ein Jugendbuchs fertig zu stellen. Bei solchen Aktionen bin ich der technische Helfer, sprich: Ich drucke Handouts aus und kümmere mich um den Foliendruck. Dass die ausführliche Zusammenfassung aber aufgrund der Komplexität des Textes (Zeitreisen mit einem Aufzug in die Zukunft und die Vergangenheit, und wieder zurück) ganz und gar nicht einfach zu erstellen war und immer länger wurde, merkte sie leider erst am Abend. Das Kürzen dieser Zusammenfassung auf das absolut Wesentliche, ohne dem Zuhörer den roten Faden zu entreißen, war wirklich richtig schwierig und langwierig. Der Abend endete mit dem Druck der Stichwortkarten gegen 20 nach 12. Jetzt hoffe ich auf eine entsprechende Note in der Menge der positiven geraden Zahlen.

Und damit endete dieses außergewöhnliche Wochenende am frühen Montag Morgen. Aber das macht nichts, denn gefühlt waren das vier statt zwei Tage.

Eine schöne Woche Euch allen!

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